Handwerk, Jagen, Spielen

Jagdspiel: Lautloses Anschleichen an eine Jagdbeute

Höhlenmalerei in der Höhle von Altamira, Spanien | Bild von Pixabay

Da die Sippe der Aimats darauf angewiesen war, dass die Männer bei der Jagd Erfolg haben, um die Ernährung der Familie zu sichern, übten schon die Kinder das Anschleichen an eine Beute. Probiert einfach mal selbst aus, wie schwierig es ist, sich lautlos anzuschleichen.

Ihr benötigt dazu lediglich ein Halstuch oder einen Schal als Augenbinde.

Einem Spieler werden die Augen verbunden, dann wird er ein paar Mal um seine eigene Achse gedreht und anschließend auf den Boden gesetzt. Das ist nun das Beutetier, an das es sich anzuschleichen gilt. Die Mitspieler gruppieren sich in einer gewissen Entfernung um die Beute herum und versuchen sich dann so lautlos wie möglich zu nähern. Wer ertappt wird, scheidet aus. Wer die Beute erreicht, ohne bemerkt zu werden, ist als Nächster die Beute. Wer als Letztes übrigbleibt, ist der Sieger.


Herstellung eines Lederbeutels

Zeichnet auf euer Leder mit einer Holzkohle einen Kreis auf. Achtet dabei darauf, dass ihr das Leder bestmöglich ausnutzt.

Schneidet nun mit einem Feuerstein entlang der aufgezeichneten Linie den Lederbeutel aus. Das Ausschneiden ist Teamarbeit. Einer muss das Leder so halten, dass es immer unter Spannung ist während der Andere schneidet.

Mit einem spitzen Knochenpfriem oder einer Ahle könnt Ihr nun wie auf der Zeichnung zu sehen Löcher in das Leder stechen. Leder ist ein Naturprodukt und nicht überall gleich dick! An dünnen Stellen macht ihr das Loch besser weiter innen, damit es nicht so leicht ausreißen kann.

Nun fädelt Ihr eure Schnur durch die Löcher. Beginnt auf der zukünftigen Außenseite bei Loch 1 und geht dann weiter über Loch 2 etc., bis ihr bei Loch 9 wieder auf der Außenseite herauskommt.

Nun könnt Ihr mit der Schnur den Beutel zuziehen und wieder aufmachen. Wer möchte, kann an den Schnurenden noch eine Muschel oder eine Perle anbringen und die Enden dann miteinander verknoten. Mit Erdfarben könnt Ihr Euren Lederbeutel auch bemalen.

Bastelanleitung von
Rudolf Walter, M.A.
„Urgeschichte hautnah“
Herz-Jesu-Berg 10
89601 Schelklingen
www.urgeschichte.net
E-Mail: info(at)urgeschichte.net

Im Beutel könnt Ihr eure Nähnadel oder sonstige Schätze unterbringen.

(Wenn ihr gerade kein Leder zur Hand habt, könnt ihr euren Steinzeitbeutel natürlich auch aus einem passenden Stück Stoff anfertigen.)

 

 


Jagdspiel: Fuchsjagd

Für dieses Spiel benötigt Ihr ein Seil oder einen Gürtel sowie einen Schal oder ein Tuch bzw. einfach ein Stück Stoff.

Ein Spieler bindet sich das Seil oder alternativ den Gürtel um die Taille und steckt sich am Rücken den Schal, das Tuch oder den Stoff so hinein, dass das Teil wie ein Schwanz herunterhängt.

Dieser Spieler ist der Fuchs. Die Anderen sind die Jäger und versuchen den Fuchs zu fangen, das heißt, den Schwanz zu ergattern.

Wer das geschafft hat, ist als nächstes der Fuchs.


Jagdspiel: Der Beute auf der Spur

Um Beutetiere in ihrem Versteck aufspüren zu können, mussten die Aimats gut im Spurenlesen sein.

Jedes Tier hinterlässt seine eigenen Zeichen und Hinweise auf seinen Pfaden. Um später gute Jäger zu werden, übten sich die Kinder der Aimats in der Spurensuche. Übt auch Ihr das Aufspüren einer Beute:

Ein Erwachsener oder ein älteres Kind legt hier für Euch, wie bei einer Schnitzeljagd, Hinweise auf die Spur der Beute. Alle anderen Mitspieler setzen sich ganz still im Kreis auf den Boden, halten sich die Augen zu und lauschen, ob sie schon irgendwelche Beutetiere hören können. Erratet miteinander, welches Tier Ihr zu erkennen glaubt.

Da wir hier ja im Biosphärengebiet Schwäbische Alb leben, wollen wir statt Kreidepfeilen oder anderen Dingen, nur Materialien verwenden, die Ihr in der Natur findet. Man kann Pfeile aus Zweigen und Steinen legen oder die Wegweiser einfach in die Erde ritzen. Auch Blätter, angehäufelte Erde, gestapelte Steine oder deutlich hinterlassene Fußabdrücke können Hinweise auf die Beute sein.

Als Beute dient eine Packung Kekse oder etwas anderes Leckeres und wird am Schluss gemeinsam verzehrt.

Sobald die Spur gelegt ist, kann’s losgehen!

Viel Spaß!


Wurfspiel

Die Aimats mussten als Jäger genau zielen und auch treffen können. Aus diesem Grund übten sich bereits ihre Kinder in diesen Disziplinen, um später als Erwachsene erfolgreich bei der Jagd zu sein.

Trainiert auch Ihr Eure Treffsicherheit mit diesem Spiel:

Ihr benötigt dazu 4–5 gerade Aststücke oder Holzstäbe, die ca. 40–50 cm lang sein sollten. Wichtig sind dann natürlich die Wurfringe. Diese könnt Ihr Euch aus Waldreben (unseren deutschen Lianen) oder Weidenzweigen selbst herstellen. Die Waldreben wurden in früheren Zeiten als natürliche Seile verwendet. Im Kapitel „2 Monate am See“ aus dem Rulamanbuch werden die Waldreben übrigens als Werkzeug beim Fischfang erwähnt. Lest dazu einfach nach oder hört ins Hörbuch rein!

Bastelanleitung für die Wurfringe (von Rudolf Walter, Experimentalarchäologe):

Schneidet Euch von einer Waldrebe ein Stück mit ungefähr 1,2 m Länge ab. Biegt dieses zu einem Ring und schlingt die Enden drei- bis viermal übereinander – das hält ohne weitere Hilfsmittel super zusammen. Man kann die Ringe auch aus Weidenzweigen herstellen. Funktioniert auch, aber man muss vorsichtiger biegen.

Nun kann das Spiel beginnen:

Die Aststücke/Stäbe werden in einem Viereck in die Erde gedrückt. Ein Stab bzw. Ast wird in die Mitte des Vierecks gesteckt. Nacheinander hat jeder 5 Würfe auf den Stab in der Mitte. Wer am besten trifft, ist der Sieger des Spiels und darf bei der nächsten Runde mit dem Werfen beginnen.

Weitere Anleitungen zum Flechten findet Ihr im Buch „Anleitung zum Flechten mit Weiden“ von Bernhard und Regula Verdet-Fierz, das Ihr Euch in der Stadtbücherei in Schelklingen ausleihen könnt.


Bastelanleitung: Kette mit Jagdtrophäen

Dazu benötigt Ihr: Eine Paketschnur oder festen Bindfaden, kleine Abschnitte von Zweigen (sie ersetzen die Zähne und Krallen erbeuteter Tiere)

Um den ersten Zahn oder Kralle (Zweig) wickelt Ihr die Schnur und verknotet diese. So werden in kleinen Abständen alle Trophäen befestigt.
Ihr könnt auch kleine Zapfen, Schneckenhäuser oder Blumen dazwischenbinden. Zum Schluss wird die Kette zusammengeknotet, und schon ist Euer Schmuckstück fertig und kann umgehängt werden.


Merk- Und Ratespiel

Wenn Ihr beim Wandern mal eine Pause einlegt, könnt Ihr Euch mit diesem Spiel die Zeit vertreiben

Dafür benötigt Ihr 5–10 Naturmaterialien wie Zapfen, Stein, Schneckenhaus, Blume, Zweiglein, Nuss oder Ähnliches. Je nachdem, wie alt Ihr seid, werden 5 oder 10 der Gegenstände ausgelegt. Versucht Euch die Dinge zu merken. Dann schließt ein Spielteilnehmer die Augen, ein Gegenstand wird entfernt. Nun gilt es zu erraten, welcher Gegenstand weggenommen wurde. So geht es nun Reih um für mehrere Runden. Wer die meisten Dinge erraten hat, ist der Gewinner des Spiels.


Steinzeitspeere

Nach einem gefährlichen Kampf mit einem Höhlenlöwen und einem Höhlenbären bewährt sich der tapfere Rulaman. Er rettet seinen Vater Rul und lenkt den Löwen ab, so dass Repo den Höhlenlöwen erlegen kann. Dafür wird Rulaman in den Kreis der Männer aufgenommen. Als Zeichen dafür erhält er einen schwarz und rot bemalten Speer aus Hainbuchenholz.

Nicht jedes Holz eignet sich zum Speer. Viele Bäume haben krumme Äste. Junge Fichten geben gute Speere. Weiden und Haselnuss haben schöne gerade Triebe. Weidenholz ist aber recht weich.

Hartriegel ist ein gutes Speerholz, das im Mittelalter für Lanzen verwendet wurde. Kennst Du die Hainbuche? Im Buch Rulaman wurde der Speer aus diesem Holz gemacht. In der Eiszeit gab es bei uns allerdings keine Hainbuchen. Die Kenntnis der Eigenschaften vieler Pflanzen war für Eiszeitmenschen überlebensnotwendig. Wie viele Pflanzen kennst Du?

Rudolf Walter mit einem Speer mit Feuersteinspitze in der Doku “Der Neandertalercode”
von ZDF History. Foto: Sonja Krauser

Im Buch Rulaman tragen die Männer Speere meist mit Spitzen aus Feuerstein. In der Eiszeit hatten vielleicht auch die Frauen Speere. Es gab wie im Buch große Bären, Hyänen und Höhlenlöwen. Ein Speer ist da schon zur Verteidigung sehr wichtig. Wir kennen Speerspitzen aus Feuerstein, aus Knochen oder Rentiergeweih und sogar aus Mammutelfenbein, den Stoßzähnen der Mammuts. Auch einfache angespitzte Holzspeere sind sehr gefährliche Waffen. Gehe immer vorsichtig und umsichtig damit um.

Bauanleitung für einen Speer

Am besten schneidest Du Dir einen Speerrohling aus Haselnuss oder Hartriegelholz. Dazu kannst Du eine Baumsäge oder vielleicht auch eine starke Heckenschere verwenden. Haselnuss und Hartriegel sind bei uns recht häufig, und wenn Ihr einen Trieb weit unten am Busch schneidet, schadet das dem Busch nicht und sieht auch nicht schlimm aus. Achte darauf, Dich nicht zu verletzen.

Mit einem scharfkantigen Stein oder einem Taschenmesser kannst du die Ästchen und die Rinde vom Holz schaben.

Bearbeitung des Speerrohlings mit einem scharfen Stück Feuerstein. Foto: Sonja Krauser

Du kannst auch Muster in die Rinde schneiden oder wie Rulaman den Speer bemalen. Dazu kannst Du farbige Erde sammeln oder Holzkohle zerreiben und mit etwas Wasser vermischen. Mische der Farbe auch etwas Ei bei, dann hält sie sehr gut auf dem Holz.

Die Spitze des Speeres musst Du am dicken Ende des Holzes anbringen, dann fliegt der Speer besser.

Für die Spitze findest Du vielleicht einen spitzen Stein. Merkst Du, wie schwer es sein wird, diesen Stein am Speer zu befestigen? Die Eiszeitmenschen hatten dafür Fäden aus Tiersehnen oder Leder und Kleber aus Harz oder Birkenpech. Sie mussten davor eine Kerbe in das Holz schnitzen, in die sie die Speerspitze einklemmen konnten.

(von Rudolf Walter, Experimentalarchäologe)

Wollt Ihr gerne mehr zum Herstellen von Naturfarben wissen? Dann könnt Ihr Euch das Buch „Malwerkstatt Natur“ von Nick Neddo in der Stadtbücherei in Schelklingen ausleihen!